Samstag, 14. Januar 2017

Meine Meinung zur Nintendo Switch


Hallo werte Leser!
Erstmal vorweg wünsch ich euch ein frohes, neues Jahr. Ich hoffe, ihr hattet einen guten Rutsch.

Das erste Thema, das ich im neuen Jahr aufgreifen möchte, ist die Nintendo Switch-Konsole, welche bereits am 03. März und damit schon in 1 ½ Monaten erscheint. Aufgrund dessen hat Nintendo sein neues Flaggschiff gestern auf einer Pressekonferenz vorgestellt, um weitere Details um die Konsole selbst zu verraten und natürlich auch um Kaufinteresse zu schüren. Und das hat scheinbar gut geklappt. Auf Amazon z.B. ist die Konsole bereits nicht mehr vorbestellbar. Es scheint also, dass die Konsole bisher ziemlich gut angekommen ist. Allerdings gibt es auch Leute, die ein paar Zweifel an Nintendos neuer Heimkonsole/Handheld haben. In diesem Post möchte ich daher auf meine Eindrücke der Switch eingehen, die einerseits auf dem Reveal-Video aus dem letzten Jahr, zum Großteil aber auf den neuen Infos von der Pressekonferenz basieren. Daher werde ich mich auch öfters auf diese beziehen.
Beginnen würde ich gerne mit den positiven Aspekten der Konsole. Was mich von Anfang an komplett überzeugt hat ist Nintendos Idee, einen Hybrid aus Heimkonsole und Handhelden zu entwickeln. Ich war aus verschiedenen Gründen nie ein großer Freund von Handhelden, doch die Switch könnte in dieser Hinsicht vielleicht eine Brücke schlagen. Spiele in Konsolenqualität nicht nur auf dem heimischen Fernseher, sondern auch unterwegs spielen zu können, klingt für mich sehr verlockend. Zudem nutzt die Konsole die Vorteile beider Plattformen aus. So kann man mit der Switch, ähnlich wie bei Handhelden, ein lokales Netzwerk aus bis zu acht miteinander verbundenen Switch-Konsolen erstellen, dessen Spieler sich in Multiplayer-Titeln miteinander messen können. Ebenso wird der konsolentypische Online-Service ausgebaut, den man wohl auch über eine App steuern kann. So gab Nintendos Präsident Tatsumi Kimishima bekannt, dass man über die App z.B. Freunde zu Multiplayerpartien einladen und Chaträume erstellen kann. Weiterhin verabschiedet sich Nintendo mit der Switch von Region Locking, sodass man nun auch Spiele aus dem Ausland für die Konsole kaufen und spielen kann.

Was mir ebenfalls gefallen hat ist der neue Joy-Con-Controller. Jeder Switch-Konsole liegen zwei Joy-Con-Controller bei, die an sich wie zwei Mini-Controller funktionieren. Die Controller verfügen jeweils über einen Control-Stick, vier Controller-Buttons sowie zwei Schultertasten. Zudem sind in beiden Controllern Gyrosensoren, um Bewegungssteurung zu unterstützen. Ein Controller wird darüber hinaus über den von einigen anderen Nintendo-Konsolen bereits bekannten Home-Button und einen NFC-Reader/Writer für Amiibos verfügen. Der andere Joy-Con-Controller hingegen wird mit einem Capture Button ausgestattet. Ähnlich wie beim Share-Button des PS4-Controllers kann man mit ihm Screenshots erstellen, welche man auch teilen kann. Jeder der beiden Joy-Con-Controller lässt sich unabhängig voneinander zum Spielen benutzen, doch man kann sie auch, ähnlich wie die Konsole selbst, an ein Verbindungsstück stecken und so die beiden Mini-Controller zu einem klassischen Controller verbinden. Dieser soll auch hauptsächlich zum Spielen benutzt werden, während die einzelnen Joy-Controller eher für Party-Spiele angedacht sind.
Diese Punkte haben mir bei der Präsentation gut gefallen und stellen für mich die Stärken der Konsole dar. Doch es gibt auch Dinge, die mich nicht besonders überzeugt haben. Zum einen wäre da das Software-Angebot. Nintendo hat einige Spiele präsentiert, die zum Release sowie im Verlauf des Jahres für die Switch erscheinen werden. Darunter waren zwar einige interessante Titel wie Super Mario Odyssey, The Legend of Zelda: Breath of the Wild oder sogar The Elder Scolls V: Skyrim, aber trotzdem bin ich da noch nicht 100%ig überzeugt. Vor allem wird es wahrscheinlich wieder so sein, dass Nintendo schon nach kurzer Zeit jeglichen Third-Party-Support verliert. Zwar hat sich Nintendo zu den Hardware-Spezifikationen der Konsole noch nicht viel geäußert, doch von dem was man bisher weiß lässt sich bereits erschließen, dass die Switch wohl keinen großen Sprung im Vergleich zur Wii U hinlegen wird. Somit bleibt Nintendo von der Technik her den Konkurrenzprodukten von Sony und Microsoft unterlegen, besonders den Update-Produkten PS4 Pro und Project Scorpio. Auf kurz oder lang (wahrscheinlich aber eher kurz) werden Entwickler nichts mehr mit der Konsole anzufangen wissen, weil die Switch mit den Spiele-Engines nicht zurechtkommen wird. Und wo wir gerade bei der Hardware sind. 32GB Flashspeicher? Ein bisschen wenig oder nicht Nintendo? Auch die Akkulaufzeit ist ziemlich begrenzt. Wenn die Konsole nicht an einen Fernseher angeschlossen ist, kann man maximal 6,5 Stunden spielen. Spiele mit höheren Anforderungen leeren den Akku sogar bereits in 2,5 Stunden. Für eine Konsole, die zur Hälfte auch einen Handhelden darstellen soll, ist das schon ziemlich schwach. Hinzu kommt, dass der Online-Service im Herbst 2017 kostenpflichtig wird. Nachdem schon Sony mit der PS4 diesen Vorteil gegenüber Microsoft verloren hat, ist nun auch Nintendo an der Reihe, wodurch man sich traurigerweise nun eingestehen muss, dass Online-Gaming auf Konsolen in Zukunft nur noch kostenpflichtig möglich sein wird. Und da es auf Nintendo-Konsolen eher wenig kompetitive Multiplayer-Spiele gibt, erscheinen anstehende Kosten hier auch sehr viel höher. Es bleibt zu hoffen, dass Nintendo das Geld auch vernünftig nutzen wird, um eine bessere Infrastruktur für die Leute anzubieten, die das Online-Angebot auch nutzen wollen.
Das sind für mich die bisher ausschlaggebendsten Argumente für und gegen die Nintendo Switch. All das hat letztendlich dafür gesorgt, dass ich dezeit noch nicht von der Konsole überzeugt bin. Viele Aspekte der Switch finde ich interessant, auf der anderen Seite hingegen gibt es auch einiges was mich stört. Zudem hat Nintendo für Europa keinen Preis festgelegt. Normalerweise ist es so, dass für den europäischen Markt der Preis vom US-Markt übernommen wird, was im Falle der Switch aber wohl nicht passieren wird. In den USA wird die Konsole 299$ kosten, auf Amazon sah ich einen Preis von um die 330€. Ich hoffe, dass sich da in naher Zukunft noch was tun wird, denn 330€ finde ich für die Konsole etwas zu viel. Und 80€ für zwei Joy-Con-Controller (ohne Verbindungsstück wohlgemerkt) ist auch ein ziemlich happiger Preis. Ich warte erst mal ab, wie sich die Konsole entwickelt. Wenn Nintendo noch ein paar Verbesserungen vornimmt und den Preis herunterschraubt, könnte die Switch nämlich eine ganz coole Konsole werden, sofern man ein großer Fan der Nintendo-Marken ist.

Samstag, 31. Dezember 2016

Jahresrückblick 2016

Guten Abend werte Leser.

Das Jahr ist fast vorbei und es wird Zeit zu rekapitulieren, wie dieses Jahr gelaufen ist. Bisher habe ich von vielen Stimmen gehört, dass sie eher unzufrieden mit 2016 waren und sich das Jahr für sie nicht so pralle entwickelt hat. Für mich persönlich war es ein durchschnittliches Jahr, welches seine Höhen und Tiefen hatte. Das spürte ich so auch auf meinem Blog.

Das Jahr begann eigentlich ziemlich gut. Ich hatte einige gute Spiele parat und die entsprechenden Reviews dazu haben sich auch gut entwickelt. Besonders die von Sonic the Hedgehog CD sticht hervor, welche mehr Aufrufe als alle anderen Reviews aus diesem Jahr einbringen konnte. Im Sommer begann dann die E3-Phase, die ich ursprünglich eigentlich viel mehr covern wollte. Geplant waren nämlich nicht nur Zusammenfassungen der Pressekonferenzen. Ich wollte, ähnlich wie große Videospielzeitschriften, einzelne Titel, die ich für besonders interessant hielt, herauspicken und für sie explizit Kolumnen schreiben. Diese sollten eine Analyse des gezeigten Materials, erste Vermutungen und meine eigene Meinung bezogen auf das Spiel enthalten. Leider bin ich dazu nicht gekommen und das ist ein Punkt, der vor allem das letzte Quartal betroffen hat. Ich hatte wirklich viel vor auf meinem Blog, bin aber einfach nicht dazu gekommen, meine Ideen umzusetzen.

Ich hatte ja bereits vor einiger Zeit erwähnt, dass ich schon lange plane, die Team Ico-Spiele ein bisschen genauer ins Visier zu nehmen. Geplant waren vier Posts, wovon zwei für Reviews von ICO und Shadow of the Colossus angedacht waren. Die beiden anderen Posts haben zwar auch was mit den beiden Titeln zu tun, gehen aber in eine andere Richtung. Ursprünglich sollten alle vier Posts pünktlich vor dem Release von The Last Guardian im November erscheinen. Und wie sieht es im Moment aus? Bisher ist nur einer dieser Posts fertig geworden, nämlich die ICO-Review. Die anderen Posts werden noch kommen, das verspreche ich. Das ist einfach etwas, was ich unbedingt machen möchte und darüber hinaus bekomme ich bereits Unterstützung von einem Team Ico-Blogger und -YouTuber. Daher muss ich in gewisser Weise auch etwas liefern.

Trotzdem bin ich nicht glücklich darüber, wie viel von dem, was ich eigentlich machen wollte, nicht geschafft habe. Das lag zum einen zwar daran, dass ich im gesamten Oktober und den ersten zwei November-Wochen krank war und das meine Ausbildung auch seine Zeit beansprucht, doch es gab auch andere Gründe. Und das sind einfach so simple Sachen wie Lustlosigkeit und Prokrastination. Hin und wieder fehlte mir auch einfach die Motivation, die ich erst wiederfinden musste.

Und das ist zuletzt erst vor kurzem geschehen. Ich habe mittlerweile wieder richtig Spaß daran gefunden, an meinem Blog zu arbeiten. Obendrein habe ich in diesem Jahr auch wieder einiges dazu gelernt, besonders was die Technik hinter der Blogger-Seite angeht und wie ich meine Posts gestalte. So bin ich zum Beispiel auf dem Blocksatz umgestiegen, habe das Textfeld vergrößert und einen Weg gefunden, Bilder ordentlich und technisch besser von Texten zu trennen. Hier und da gab es noch ein paar andere gestalterische Veränderungen, die zwar vielleicht nur Kleinigkeiten darstellen, mich trotzdem aber sehr zufriedengestellt haben.

Klar, noch fehlen einige Dinge wie zum Beispiel ein ordentliches Hintergrundbild, aber das wird auf jeden Fall noch kommen. Jetzt werde ich aber erst mal das neue Jahr auf mich zukommen lassen und schau, wie es sich entwickelt.

Oh und noch eine Sache:
Wenn ihr die Zeit habt, würde ich euch bitten, mir ein bisschen Feedback zu hinterlassen. Ich würde gerne etwas genauer wissen, an welchen Punkten ich noch anpacken sollte und gerade Empfehlungen von außen wären mir sehr behilflich.

Gut dann kommen wir jetzt zum Abschluss noch auf die aktuelle Statistik:

Bisher gab es auf meinem Blog insgesamt 2250 Seitenaufrufe.
Die Meisten davon erfolgten im Juli, mit 281 Seitenaufrufen.

Dies sind die drei beliebtesten Posts auf meinem Blog:

1. “Begrüßung“ mit 156 Aufrufen
2. “Die Top 25 meiner Lieblingsspiele - Weihnachtsspecial“ mit 87 Aufrufen
3. “Resident Evil HD Remaster - Review“ mit 72 Aufrufen

Die meisten Aufrufe kommen weiterhin aus Deutschland (1258), gefolgt von den USA (570) und Frankreich (206). Ein kleiner Teil der Aufrufe kommt auch aus Russland (35), Portugal (25) und Mexiko (10). Es haben sich auch schon ein paar Leute aus der Ukraine, Österreich, Rumänien und sogar Australien hierher verirrt. Liegt wohl am englischen Namen…
Das war es soweit von mir. Habt einen guten Rutsch ins neue Jahr und lasst es krachen!
Wir sehen uns im Jahr 2017!

Bis die Tage
euer TreasureHunter

Freitag, 30. Dezember 2016

The Last Guardian - Review

Story:

An einem ruhigen Morgen erwacht unser namensloser Protagonist, ein kleiner Junge, in einer ihm unbekannten Höhle. Er weiß nicht wie er dort hingekommen ist und wundert sich über die Tattoos, die seinen gesamten Körper bedecken. Doch lange kann er nicht darüber nachdenken, denn er bemerkt schnell, dass er nicht alleine ist. Neben ihm liegt ein gewaltiger Trico, ein Wesen, das dafür bekannt ist, ein Menschenfresser zu sein. Doch dieses Exemplar vor ihm scheint eine andere Geschichte hinter sich zu haben. Nicht nur stecken einige Speere in seinem Körper, dieser Trico trägt zudem eine Art Rüstung. Trotz der Gefahr, die von diesem Wesen ausgeht, beschließt der Junge ihm zu helfen. Er zieht die Speere heraus, gibt dem Tier etwas zu fressen und entfernt die schwere Rüstung von seinem Körper.

Allmählich gewöhnt sich auch der gewaltige Trico an den Jungen, der ihn fortan begleitet und ihn sogar auf seinen Rücken reiten lässt. Gemeinsam beginnen sie einen Ausweg aus der Höhle zu finden, was den beiden auch schnell gelingt, nur um sich jedoch in einem gewaltigen Tal wiederzufinden. Das Tal ist gezeichnet von Ruinen, doch eine Struktur sticht besonders hervor. Ein gewaltiger Turm, der den Zahn der Zeit nahezu spurlos standgehalten hat, steht direkt im Zentrum. Da dieser die beste Chance darstellt, das Tal zu verlassen, macht sich das ungleiche Duo auf den Weg, den Turm zu erklimmen.
Die Story ist, wie für Team Ico typisch, sehr minimalistisch. Das heißt man erfährt nur sehr wenig und vor allem nur das Mindeste, um die Geschichte zu verstehen, der Rest muss sich der Spieler selbst interpretieren. Dies ist ein eher ungewöhnlicher Ansatz, aber auch etwas, was mich schon immer an den Team Ico-Spielen begeistert und fasziniert hat. Dadurch, dass der Spieler seine eigenen Ideen in die Geschichte einbringen kann, formt er auch zu einem bestimmten Grad die Spielwelt nach seinen Vorstellungen und erfährt so ein ganz persönliches Erlebnis. Nichtsdestotrotz ist mir aufgefallen, dass sich die Entwickler sehr stark an Fumito Uedas ersten Werk ICO orientiert haben. Wer den PS2-Klassiker gespielt hat wird gewisse Ähnlichkeiten in der Art feststellen, wie sich die Geschichte entwickelt und wie Trico und der Junge allmählich eine feste Freundschaft aufbauen. Es gibt sogar noch weitere Parallelen, auf die ich nach und nach eingehen werde.


Gameplay:

Hier zeigen sich schon die nächsten Parallelen zu ICO. Das Gameplay besteht im Grunde aus zwei Elementen, nämlich Kämpfen und Rätseln. Bei den Kämpfen verwendet The Last Guardian einen recht untypischen Ansatz. Normalerweise ist es in Videospielen der Fall, das der Spieler bzw. sein Charakter der Held im Zelt ist und sich darum kümmert, Gegner zu Kleinholz zu verarbeiten. Anders ist es in The Last Guardian. In diesem Spiel wird man immer wieder mit geisterhaften Rüstungen konfrontiert, die den Jungen verschleppen wollen. Da der Spieler selbst ein kleiner Junge ist, kann sich dieser nicht gegen die Gestalten wehren und ist zwingend auf Trico angewiesen. Nur er hat die Kraft, die Rüstungen entweder komplett zu zerstören oder zumindest zu Boden zu bringen, sodass der Junge ihnen ihre Helme abziehen kann. Dies stellt die einzige Methode dar, wie der Spieler selbst Gegner besiegen kann. Man muss also versuchen Trico immer möglichst in seiner Nähe zu behalten, um nicht von Rittern entführt zu werden. Trico selbst ist aber auch kein furchtloser und unverwüstlicher Hüne. Er kann in Kämpfen verletzt werden und wenn die Ritter ein Schild mit einem Augen-Symbol auf ihn richten, rührt er sich nicht aus seiner sicheren Ecke, denn dieses Symbol macht ihm Angst. In solchen Fällen ist Trico auf den Spieler angewiesen, da nur er sich an die Ritter heranwagen und umschubsen kann, damit die Wache das Schild verliert und Trico zur Tat schreiten kann.
Bei den Rätseln handelt es sich in der Regel um Schalterrätsel. Das Spiel stellt den Spieler dabei in eine Situation, in der einer der beiden Charaktere, in der Regel Trico, nicht weiterkommt und man einen Weg finden muss, um das zu ändern. Auch hier ist wieder das Zusammenspiel von Trico und dem Spieler gefragt, denn des Öfteren muss man Trico Kommandos geben, damit man auf ihn klettern und so höher gelegene Plattformen erreichen kann. Über einige Gänge, die dem Spieler vor weitere, kleinere Kletter- oder Rätseleinlagen stellt, kommt man so an einen Schalter, womit man ein Tor öffnet oder einen Mechanismus auslöst, wodurch auch Trico den nächsten Spielabschnitt erreichen kann. Gelegentlich muss man für Trico auch Objekte mit dem Augen-Symbol aus dem Weg räumen, da das Tier sich nicht traut, an diesen vorbei zu laufen. Häufig muss man sich allerdings auch nur seine Fähigkeiten/Eigenschaften zu Nutze machen um weiter zu kommen.

Ein Beispiel dafür ist Tricos Fähigkeit aus seinem Schwanz einen Laserstrahl abfeuern zu können. Mit diesem kann man Geröll zerstören, welches den Weg blockiert. Um den Laserstrahl abfeuern zu können, braucht man jedoch eine Art Schild, mit dem man die Stelle markieren kann, auf die Trico schießen soll. Auch wenn ich es ein bisschen unpassend finde, dass eine Kreatur quasi wie aus dem nichts einen Laserstrahl abfeuern kann, ist es dennoch ein ganz unterhaltsames Feature, welches allerdings im Spiel kaum beachtet wird. Das für den Laserstrahl benötigte Schild verliert man schon nach kurzer Zeit wieder und erst am Ende des Spiels bekommt man es zurück. Nicht gerade die feine Art mit einem Gameplay-Element umzugehen, aber naja… im Großen und Ganzen passt alles zusammen.

Dieses gegenseitige unterstützen ist der nächste Punkte, der mich sehr an ICO erinnert. Dort musste man in der Rolle des Protagonisten Ico die zierliche Yorda davor bewahren, von Schattenmonstern entführt zu werden. Im Gegenzug öffnet Yorda dafür Wege, damit man im Spiel voranschreiten kann. Dieses Prinzip wendet auch The Last Guardian an, nur ist dieses Mal der Spieler das schwächere Glied, welches beschützt werden muss, dafür jedoch seinen Begleiter beiseite steht, um ihn das Weiterkommen zu ermöglichen. Der Effekt ist aber derselbe. Man hat unglaublich schnell eine Beziehung zu Trico aufgebaut. Man vertraut dem Tier und es wird einem wichtig, dass man bei ihm sein kann. Auch wenn ICO meiner Meinung nach dieses Gefühl der gegenseitigen Fürsorge und der Sympathie gegenüber zwei Protagonisten noch besser hingekriegt hat, macht The Last Guardian trotzdem einen guten Job und ist somit das erste Spiel für mich, welches es schafft, ein ähnliches Spielgefühl wie das grandiose erste Team Ico-Meisterwerk zu erschaffen. Das ist etwas, was noch kein anderes Spiel geschafft hat, nicht mal Shadow of the Colossus.


Technik:

Die Technik ist die größte Schwäche des Spiels, denn hier gibt es leider nicht viel positives zu berichten. Was vorweg schon mal ganz gut ist, sind die Animationen. Besonders Trico wirkt, obwohl es ein Fantasiewesen ist, sehr natürlich und lebensecht und die Animationen leisten einen großen Beitrag dazu. Ebenso hat mir die Musik gefallen. Zwar gibt es wie in ICO wieder nur wenige Lieder, die während des Spiels zu hören sind, diese klingen dafür jedoch richtig gut. Genauso ist es mit den Soundeffekten. Alles klingt natürlich, vertraut und so, wie man das erwartet. Positiv hervorzuheben sollte man auch, dass The Last Guardian komplett frei von irgendwelchen Bugs, Glitches oder Clipping-Fehlern ist. In Zeiten von Spielen, die nach Jahren immer noch total verbugt sind und Day-One-Patches in Gigabyte-Größe existieren, ist sowas schon eine kleine Besonderheit. Das Spiel kam zwar ebenfalls nicht ohne einen Day-One-Patch aus, dieser hat aber zumindest seinen Zweck erfüllt.
Allerdings weist das Spiel an vielen anderen Punkten echte Macken auf. Fangen wir an mit der Grafik. Die ist trotz eines sehr schönen Art Styles leider schon komplett veraltet. Die Texturen sind sehr unscharf und vor allem menschliche Charaktere sind recht detailarm. Man merkt einfach, dass dieses Spiel ursprünglich mal für die PS3 erscheinen sollte. Was ebenfalls sehr stört ist die Framerate. Auf einer normalen PS4 geht die Framerate gerne mal gehörig in den Keller. Die PS4 Pro soll bei 1080p diese Probleme zwar nicht haben, anders sieht es dann aber wieder aus, wenn man das Spiel in 4k spielen will, denn dann kehren auch die Framerate-Probleme zurück. Ein bisschen störrisch ist auch die KI von Trico. Auch wenn es von den Entwicklern so gewollt ist, dass Trico seinen eigenen Kopf hat, ist es manchmal echt schwierig das Tier das machen zu lassen, was man von ihm erwartet. Teilweise ignoriert es auch einfach die Anweisungen vom Spieler. Das kann einen auf Dauer zur Weißglut treiben, doch die KI ist nicht mal die schlimmste Macke. Dieser Preis geht eindeutig an die Steuerung und die Kameraführung. Zunächst einmal muss man sich an das sehr ungewöhnliche Button-Layout gewöhnen und selbst wenn man das geschafft hat, bleibt sie immer noch sehr hakelig. Noch schlimmer ist die Kamera. Besonders in engen Räumen macht die gerne Mal was sie will und fühlt sich auch im restlichen Spiel sehr träge an. Mir persönlich hat es geholfen die Kameraempfindlichkeit auf das höchste Niveau hochzudrehen, wodurch die Kamerabewegungen schneller werden. Das ist allerdings auch nicht die optimalste Lösung, da man die Probleme leider trotzdem nicht ganz loswird.


Präsentation:

Besonders bei der Atmosphäre zeigt The Last Guardian, dass es ein Spiel von Team Ico ist, denn gerade hier werden die Ähnlichkeiten zu ICO deutlich. Das geht schon los, wie das Spiel Umgebungen präsentiert. Außenareale wirken durch natürliche Geräusche wie das Pfeifen des Windes, das Rauschen eines Wasserfalls im Hintergrund, Vogelzwitschern oder ähnlichem sehr natürlich. Innerhalb von Gebäuden verändert sich die Atmosphäre jedoch stark und wird sehr beklommen, was durch die rauen Schrittgeräusche seitens des Jungen und Trico untermalt wird. Derselbe Ansatz wurde bereits in ICO verwendet und was damals schon geklappt hat, klappt auch heute noch. Die Außenareale wirken durch ihre natürliche und vertraute Stimmung sehr freundlich, wären die dunklen Innenareale zwischen sehr mysteriös und beklemmlich schwanken.

Am beeindruckendsten ist aber natürlich die Beziehung zwischen dem Jungen (dem Spieler) und Trico. Ein wichtiger Schritt um diese aufzubauen wird bereits am Anfang des Spiels getätigt. Zunächst ist Trico dem Spieler feindlich gesinnt, doch sobald man anfängt, freundlich zu dem Tier zu sein, beginnt auch Trico darauf zu reagieren und sich dem Jungen (also dem Spieler) gegenüber freundlich zu verhalten. Das ist auch der Grund, warum man zunächst damit beschäftigt ist, Tricos Wunden zu heilen und ihm etwas zu fressen zu geben. Die Entwickler haben hier einen natürlichen Aufbau einer Freundschaft dargestellt, weshalb sich die Verbundenheit der beiden auch nicht aufgesetzt oder unrealistisch anfühlt. Sie ist das Produkt einer natürlichen Entwicklung. Obendrein kommt natürlich Tricos Verhalten. Er ist verspielt, neugierig und kann zu einem Leckerlie nicht nein sagen. Genauso hat er aber auch Ängste und kann wütend bzw. gereizt werden, zeigt wiederum aber auch Freude, wenn der Spieler in der Nähe ist. Kurzum, Trico hat und zeigt Gefühle. Daher fällt es auch dem Spieler leicht, Vertrauen zu ihm zu gewinnen. Er verhält sich wie man es von einem Haustier gewohnt ist. Und wie für ein Haustier ist es auch dem Spieler wichtig, dass es Trico gut geht. Ein gutes Beispiel dafür sind die Fässer, mit denen man ihn füttert.

Abgesehen von einigen Stellen im Spiel, wo Trico zwingend Futter braucht, ist es nicht Pflicht, ihn zu füttern. Trotzdem tut man es, weil man weiß, dass die Fässer etwas beinhalten, was ihm schmeckt und womit er sich wohl fühlt. Die Fässer sind regelrecht ein Indikator dafür, wie stark die Verbundenheit zwischen dem Spieler und Trico ist. Es gibt so einige Fässer im Spiel, die schwer zu erreichen sind. Trotzdem will man diese eigentlich unnötige Hürde auf sich nehmen, damit man Trico etwas Gutes tun kann. Dass The Last Guardian es schafft so eine tiefe Verbundenheit zu einem Wesen aufzubauen, ist sehr beeindruckend und einer der Hauptgründe, warum man das Spiel so sehr genießen kann.


Fazit:

Ich weiß, ich habe hier jetzt viele Vergleiche mit ICO angestellt, aber das Spiel hat mich nun mal sehr an den Klassiker erinnert. Wie man aber gesehen hat muss das auch nichts Schlechtes sein, denn The Last Guardian ist zu einem der besten Spiele dieses Jahres geworden. Auch wenn die technischen Macken echt nerven können, überwiegen die tolle Atmosphäre und das grandiose Zusammenspiel zwischen Trico und dem Jungen so stark, dass man trotzdem ein fantastisches Spielerlebnis erfährt. Somit bewahrt sich bei The Last Guardian das alte Sprichwort „Was lange währt, wird endlich gut.“

Ich vergebe 8,5/10 Punkten an The Last Guardian.